November 2015

151105

ENERGIE-CHRONIK


 

 

Mit einem jŠhrlichen Zubau von bis zu 7.600 Megawatt erreichte der Solarboom in den Jahren 2010 bis 2012 seinen Hšhepunkt. Erst das 2012 neugefa§te EEG lie§ die Zubau-Rate ab 2013 deutlich schrumpfen. Die EEG-Novellierung von 2014 lockerte die Daumenschrauben nur geringfŸgig. Im vergangenen Jahr fiel der Zubau auf 1.437 MW und lag damit weit unterhalb des im EEG vorgesehenen "Zielkorridors" von durchschnittlich 2.500 MW (siehe auch Hintergrund).

Solarfšrderung kann nicht noch tiefer sinken ø der Zubau aber schon

Der Zubau an Photovoltaik-Leistung hat sich inzwischen so stark verringert, da§ eine weitere KŸrzung der FšrdersŠtze nach dem EEG nicht mehr mšglich ist. Die Bundesnetzagentur hat deshalb die VergŸtungen fŸr das vierte Quartal 2015 auf dem zuletzt erreichten Stand belassen (siehe Tabelle). Voraussichtlich wird sie diese SŠtze auch im kommenden Jahr bestŠtigen, denn es ist eher mit einem noch stŠrkeren RŸckgang als mit einer Wiederbelebung des PV-Zubaues zu rechnen.

Bei der letzten Berechnung der FšrdersŠtze waren in dem dafŸr ma§geblichen Zwšlf-Monate-Zeitraum von September 2014 bis August 2015 nur noch Solaranlagen mit einer Leistung von 1437 Megawatt (MW) errichtet worden. Der Zubau lag damit um 963 MW unterhalb des "Zielkorridors" von 2400 bis 2600 MW, den das Erneuerbare-Energien-Gesetz in ¤ 31 Abs. 1 vorsieht. Bei Einhaltung dieses Zielkorridors werden die FšrdersŠtze um monatlich 0,5 Prozent gesenkt. Bei einer Unterschreitung verringern sie sich zunŠchst um 0,25 Prozent. Wenn die Differenz zur Untergrenze des Korridors mehr als 900 MW betrŠgt, sinkt die Degression auf null.

 

 

Diese Grafik zeigt links die BezugszeitrŠume, die ab dem EEG 2012 fŸr die Berechnung des jŠhrlichen Zubaues (blau) ma§gebend waren. Zum Beispiel wurde nach dem Inkrafttreten des EEG 2014 fŸr die zwšlf Monate von September 2013 bis August 2014 ein Zubau von 2.398 MW ermittelt. Damit lag der Zubau haarscharf unter der bei 2.400 MW liegenden Grenze des neuen "Zielkorridors" (wei§). Die FšrdersŠtze sanken deshalb nicht um die neue Standard-Degression von 0,5 Prozent, sondern nur um 0,25 Prozent.

 

Bei weniger als 1.000 MW Zubau steigen die FšrdersŠtze wieder

Eine Wiederbelebung des Zubaues dŸrfte erst zu erwarten sein, wenn eine weitere Schwelle unterschritten wird: Bei einer Differenz von mehr als 1.400 MW zur Untergrenze des Korridors steigen die FšrdersŠtze wieder, und zwar einmalig pro Quartal um 1,5 Prozent. Voraussetzung wŠre also, da§ der Ÿber zwšlf zurŸckliegende Monate ermittelte Zubau, der zuletzt noch 1.437 MW betrug, auf unter 1.000 MW absinkt. Grš§ere SprŸnge wird der PV-Zubau aber auch dann nicht machen kšnnen. DafŸr sorgt schon die Standard-Degression von monatlich 0,5 Prozent. Schon gar nicht ist an ein Vordringen in die Bereiche oberhalb des Korridors zu denken, wo die Degression bis auf 2,8 Prozent steigt.

VorlŠufig bleibt es bei folgenden MarktprŠmien bzw. EinspeisevergŸtungen fŸr Solaranlagen:

 

Art der Fšrderung Anlagen auf WohngebŠuden und LŠrmschutzwŠnden Anlagen auf NichtwohngebŠuden im Au§enbereich, Dachanlagen bis 10 MWp und Anlagen auf FreiflŠchen (bei einer Inbetriebnahme vor dem 01.09.2015) bis 10 MWp
bis 10 kWp bis 40 kWp bis 1 MWp
MarktprŠmienmodell (ab 500kWp verpflichtend)
12,7 C/kWh
12,36 C/kWh
11,09 C/kWh
8,91 C/kWh
Feste EinspeisevergŸtung (Kleinanlagen bis 500 kWp)
12,31 C/kWh
11,97 C/kWh
10,71 C/kWh
8,53 C/kWh

 

Links (Intern)