August 2026 |
260808 |
ENERGIE-CHRONIK |
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Deutsche Sparkassen-Direktoren verdienen im Durchschnitt mehr als der Bundeskanzler. Dies wurde jetzt durch eine Untersuchung der "Top-Managementvergütung öffentlicher Unternehmen" bestätigt. Es handelt sich um eine gemeinsame Studie des Lehrstuhls für Public Management & Public Policy der (privaten) Zeppelin-Universität Friedrichshafen und der LAB & Company Düsseldorf GmbH, die am 19. August veröffentlicht wurde. Demnach belief sich 2024 die mittlere Gesamtvergütung der Sparkassen-Direktoren auf 439.000 Euro, während das Bruttojahresverdienst des Bundeskanzlers inklusive einiger Zulagen und seiner Einkünfte als Bundestagsabgeordneter weniger als 400.000 Euro betragen haben dürfte.
Bei den genannten 439.000 Euro handelt es sich nicht um das übliche arithmetische Mittel, sondern um den Median einer aufsteigenden Liste mit insgesamt 537 erfassten Chef-Gehältern, wobei jeweils 268 Gehälter unter bzw. über diesem Wert liegen. Konkrete Gehaltsbeispiele sind der Studie aber nicht zu entnehmen. Laut FAZ (19.8.) war der bestbezahlte Sparkassen-Chef der inzwischen pensionierte Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Köln, Alexander Wüerst, der einschließlich Nebenleistungen insgesamt rund 1.058.000 Euro bezogen hat. Danach folgten der Chef der Sparkasse Köln/Bonn, Ulrich Voigt, mit 905.000 Euro und der Chef der Sparkasse Dortmund, Dirk Schaufelberger, mit 830.000 Euro.
Nicht ganz so hoch, aber noch immer mehr als auskömmlich sind die Gehälter für das Management von Stadtwerken mit den Kernbereichen Energie- und Wasserversorgung. Als Median für insgesamt 192 Topmanager dieses Bereichs ermittelte die Studie 273.000 Euro. Spitzenreiter ist hier laut FAZ mit rund 1.078.000 Euro der Vorstandsvorsitzende der Kölner Rheinenergie AG, Andreas Feicht, gefolgt vom Chef der Stadtwerke Krefeld, Carsten Liedke, mit 645.745 Euro und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Wuppertal, Markus Hilkenbach, mit 645.745 Euro.
Die nun vorgelegte "Public Pay Studie 2026" erfasste mit Stand des Jahres 2024 insgesamt 10.400 Top-Manager aus 7.145 öffentlichen Unternehmen von Kommunen, Bund und Bundesländern. Vor allem auf der kommunalen Ebene blieb dabei die Offenlegung der personenbezogenen Vergütungen mit nur 19,6 Prozent "unverändert klar hinter den Transparenzanforderungen zurück", wie die Autoren feststellen. Auf Bundes- und Landesebene habe sie dagegen bei 46 Prozent gelegen. Die Transparenzquote schwanke enorm. In einigen Bundesländern und Städten habe sie bereits einen sehr hohen Grad erreicht und sei zur Normalität geworden. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrage sie sogar 100 Prozent. Dagegen würden bisher nur 7 der 16 Bundesländer über gesetzliche Transparenzvorschriften zur Offenlegung der im Öffentlichen Dienst gezahlten Gehälter verfügen.