März 2026 |
260312 |
ENERGIE-CHRONIK |
Der RWE-Konzern vollzog am 17. März den symbolischen ersten Spatenstich für den Bau einer rund 45 Kilometer langen "Rheinwassertransportleitung", um ab den dreißiger Jahren die stillgelegten Braunkohle-Tagebaue Hambach und Garzweiler mit Wasser zu fluten, das bei Dormagen dem Rhein entnommen wird. Parallel dazu soll der ehemalige Tagebau Inden mit Wasser aus dem Eifel-Fluss Rur gefüllt werden. Die so entstehenden drei Gewässer sollen ab den siebziger Jahren den geplanten Wasserstand erreichen und das "Rheinische Seenland" bilden. Nach Angaben von RWE würden aber "schon einige Jahre nach Beginn der Befüllung große Wasserflächen entstehen, die sichtbar und für Freizeit und Erholung nutzbar sind". So werde der Hambacher See schon nach zehn Jahren größer sein als der Tegernsee in Bayern.
Die Rohre der Rheinwasserleitung werden unterirdisch verlegt, mit einer Mindestüberdeckung von 1,25 Meter auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Entnahme des Wassers aus dem Rhein erfolgt nach einem Konzept, das den notwendigen Wasserstand für die Schifffahrt berücksichtigt. Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität gebe es nicht. Gutachten würden bestätigen, "dass sich die Tagebauseen zu ökologisch wertvollen Klarwasserseen entwickeln werden".
RWE verweist darauf, dass die Pläne zur Rekultivierung, deren Umsetzung jetzt beginnt, bereits bei der Genehmigung der Tagebaue zur Auflage gemacht wurden. Die Flutung der Tagebaue trage auch dazu bei, den Grundwasserspiegel wieder zu stabilisieren, der durch die Tagebaue stark abgesenkt wurde. Die Rheinwassertransportleitung soll deshalb auch nach Erreichung der Zielwasserspiegel noch weiter betrieben werden, um Versickerungsverluste auszugleichen, bis sich der Grundwasserhaushalt im Rheinischen Revier dauerhaft stabilisiert hat.