Februar 2026 |
260206 |
ENERGIE-CHRONIK |
Die Anzahl der Diebstähle von Photovoltaik-Technik aus Solarparks hat einen neuen Höchststand erreicht. An erster Stelle haben es die Täter auf die Kupferkabel abgesehen, die den von den Solarmodulen erzeugten Strom einsammeln. Aber auch Wechselrichter bleiben eine begehrte Ware. Der Diebstahl von kompletten Modulen scheint wegen des Preisverfalls sowie des höheren Aufwands weniger attraktiv geworden zu sein. Dagegen ist es offenbar auf den Anstieg des Kupferpreises zurückzuführen, dass die Täter inzwischen meistens die Kupferkabel demontieren und abtransportieren.
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So kam es zwischen November 2025 und Januar 2026 im Raum Nürnberg vermehrt zu Einbrüchen in Solarparks, bei denen die Täter Kupferkabel mit einer Gesamtlänge von bis zu 80 Kilometern stahlen. Besonders betroffen waren die Orte Neuendettelsau, Heilsbronn, Petersaurach, Röckingen und Mühlhausen. Der finanzielle Schaden liegt im hohen sechsstelligen Bereich. Am 27. Januar gelang es der Polizei, die Verdächtigen nach einem erneuten Einbruch im südhessischen Lampertheim festzunehmen. Es handelt sich um sechs rumänische Männer im Alter von 23 bis 37 Jahren. Sie befinden sich nun wegen schweren Bandendiebstahls in Untersuchungshaft.
Im Rhein-Neckar-Kreis verschafften sich am 29. Januar bislang unbekannte Täter gewaltsam Zutritt zu einem Solarpark zwischen Mönchzell und Lobenfeld, indem sie das Vorhängeschloss am Einfahrtstor knackten. Auf dem Gelände schnitten sie rund 50 mehrere Meter lange Kupferkabel ab und entwendeten diese. Aufgrund der Menge des Diebesguts wird davon ausgegangen, dass zum Abtransport ein Transporter oder ein ähnliches Fahrzeug genutzt wurde. Der entstandene Diebstahl- und Sachschaden beläuft sich auf etwa 100.000 Euro.
Allein in Mecklenburg-Vorpommern registrierte das Landeskriminalamt im vorigen Jahr 21 Fälle mit einem Gesamtschaden von fast 660000 Euro. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024, als es zu 25 Diebstählen mit einem Schaden von rund 443 000 Euro kam. Im Vergleich mit dem Jahr 2018, als landesweit 25 Diebstähle mit einem Gesamtschaden von 321000 Euro registriert wurden, hat sich der Gesamtschaden pro Diebstahl mehr als verdoppelt.
Neben Kupferkabeln werden auch Wechselrichter fachgerecht demontiert und gestohlen. Auf diese Weise haben zu Anfang des Jahres unbekannte Täter in einem Solarpark in Mecklenburg-Vorpommern einen Schaden von rund 70 000 Euro angerichtet. Das Landeskriminalamt empfiehlt deshalb den Eigentümern von Solarparks, ihre Anlagen gut zu schützen. So sollte die Einfahrt mit einem massiven Zufahrtstor sowie mechanischen Durchfahrtsbarrieren wie Schranken, Hubbalken oder Stahlpfosten gesichert werden. Empfohlen werden ferner Umzäunungen, die widerstandsfähiger als Maschendraht sind. Vor allem bei größeren Anlagen sei der Einsatz elektronischer Diebstahlsicherungssysteme zu erwägen. Zudem könnten Eigentümer-Kennzeichnungen an Modulen und Wechselrichtern Täter abschrecken und der Polizei bei der Fahndung helfen.
Von Kupferkabel-Dieben heimgesucht wurden in jüngster Zeit noch etliche weitere Solarparks. Betroffen waren unter anderen die folgenden Anlagen, wobei sich das Datum jeweils auf die Entdeckung des Schadens und die Kilometer-Angabe auf die geschätzte Gesamtlänge der gestohlenen Kabel bezieht:
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