Januar 2026 |
260104 |
ENERGIE-CHRONIK |
Wie die EnBW Energie Baden-Württemberg (EnBW) am 15. Januar mitteilte, wird
sie die Offshore-Windprojekte Mona und Morgan in Großbritannien nicht weiterverfolgen.
Ausschlaggebend für den Rückzug sei vor allem, dass die beiden Projekte in der
soeben abgeschlossenen Allokationsrunde des britischen Ministeriums für Energiesicherheit
und Net Zero keine staatliche Förderung durch sogenannte „Contracts for Difference”
erhalten haben.
In Kombination mit weiteren, nicht beeinflussbaren Faktoren habe diese Versagung
der staatlichen Förderung dazu geführt, dass die Wirtschaftlichkeit der Projekte
nach EnBW-Maßstäben nicht mehr gegeben ist. Zu den unerfüllten Kriterien zählten
sich zunehmend verschlechternde Rahmenbedingungen wie signifikante Kostensteigerungen
in der Lieferkette, höhere Zinssätze und anhaltende Projektumsetzungsrisiken.
Die Nichtfortführung der Projekte Mona und Morgan durch die EnBW werde im Jahresabschluss 2025 in Höhe von 1,2 Milliarden Euro durch Wertberichtigungen der Beteiligungen berücksichigt. Die außerplanmäßige Abschreibung falle außerhalb des bereinigten EBITDA an und und sei nicht zahlungswirksam. Die für das Geschäftsjahr 2025 prognostizierte Bandbreite für das bereinigte EBITDA von 4,8 bis 5,3 Milliarden Euro bleibt daher unverändert. Der Jahresabschluss 2025 werde am 25. März veröffentlicht.
Die beiden Offshore-Projekte Mona und Morgan befinden sich etwa 22 bis 59 km von der Küste entfernt in der Irischen See und sollen über eine Gesamtleistung von bis zu 3 Gigawatt verfügen. Die EnBW hatte sie seit 2021 gemeinsam mit den Energiekonzernen JERA (Japan) und bp (Großbritannien) entwickelt, die ihre diesbezüglichen Aktivitäten im Juli 2025 in das Gemeinschaftsunternehmen Jera Nex BP (JNBP) einbrachten.
Die zwischen EnBW und JNBP vereinbarte Zusammenarbeit sieht ferner die Errichtung des Windparks "Morven" vor, der vor der Küste von Aberdeenshire in der Nordsee liegen und ebenfalls über eine Gesamtleistung von bis zu 3 Gigawatt verfügen würde.
Einen Tag später teilte die EnBW am 16. Januar zusätzlich mit, dass sie ihre Anteile an dem Offshore-Windprojekt Mona ihrem Partner Jera Nex BP verkaufe. Das Schwesterprojekt Morgan würden beide Partner nicht weiter verfolgen. Dagegen würden sie gemeinsam am Projekt Morven in Schottland festhalten. "Morven befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium", hieß es dazu erläuternd. "Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, wie wir hier weiter vorgehen."
Die EnBW verfügt derzeit über die Offshore-Windparks He Dreight (960 MW), Hohe See (497 MW), und Albatros (112 MW) in der Nordsee sowie über Baltic 1 (48,4 MW) in der Ostsee. Insgesamt sind das 1617 MW. Bei Windkraftanlagen an Land beläuft sich die installierte Nennleistung konzernweit auf 1323 MW.