Januar 2017

170107

ENERGIE-CHRONIK


Vor der deutschen Küste sind jetzt 16 Windparks mit 947 Anlagen in Betrieb

Vor der deutschen Küste sind bisher 16 Windparks mit 947 Windkraftanlagen und einer Nennleistung von 4.108 MW in Betrieb. Davon sind im Laufe des vergangenen Jahres 156 Anlagen mit 818 MW neu hinzugekommen. Die Gesamtleistung aller Offshore-Anlagen wuchs um 25 Prozent. Dies ergibt sich aus einer Übersicht zum "Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland", die am 19. Januar von der Deutschen WindGuard GmbH veröffentlicht wurde. Das Unternehmen ist technischer Dienstleister der Branche und ermittelt in deren Auftrag regelmäßig auch die neuesten Daten zum Ausbau der Windenergie in Deutschland.

Neu hinzugekommen sind Gode Wind und Sandbank

In der Nordsee gingen im vergangenen Jahr die Windparks Gode Wind 1 und 2 komplett neu ans Netz. Beide waren Projekte des Entwicklers Plambeck, bevor sie 2012 von Dong Energy übernommen wurden. Dong ist jeweils der Betreiber und zur Hälfte Eigentümer. Bei Gode Wind 1 gehört die andere Hälfte dem Infrastrukturfonds GIP und indirekt der drittgrößten deutschen Versicherungsgruppe Talanx. An Gode Wind 2 sind neben Dong vier dänische Pensionsfonds beteiligt.

Außerdem konnte in der Nordsee der Windpark Sandbank zumindest teilweise mit der Netzeinspeisung beginnen. Seine Betreibergesellschaft gehört mehrheitlich Vattenfall und zu 49 Prozent den Stadtwerken München. In der Ostsee blieb es dagegen vorläufig bei den beiden Windparks Baltic 1 und 2, die von der Energie Baden-Württemberg betrieben werden (siehe aktualisierte Übersicht).

Bei Neuanlagen beträgt der Rotordurchmesser durchschnittlich 145 Meter

Die Nennleistung der 2016 neu hinzugekommenen Anlagen betrug im Durchschnitt 5,24 MW gegenüber 4,3 MW beim Gesamtbestand. Ebenfalls zugenommen haben der durchschnittliche Rotordurchmesser (145 gegenüber 123 Meter) und die durchschnittliche Nabenhöhe (104 gegenüber 91 Meter). Die spezifische Flächenleistung, die das Verhältnis der Nennleistung zur überstrichenen Rotorfläche beschreibt und beim Gesamtbestand 362 Watt pro Quadratmeter beträgt, verringerte sich dagegen bei den Neuanlagen auf 314 Watt. Die Windkraftanlagen sind im Durchschnitt 62 Kilometer von der Küste entfernt und stehen in 28 Meter tiefem Wasser. Bei den neu hinzu gekommenen Anlagen erhöhte sich die Küstenentfernung auf 68 Kilometer und die Wassertiefe auf 30 Meter.

Von der bis 2020 vorgesehenen Zubau-Kapazität ist schon mehr als die Hälfte am Netz

Die Bundesregierung will bis 2030 nur einen relativ bescheidenen Zubau von 15 Gigawatt (GW) Offshore-Windenergieleistung ermöglichen. Für Projekte, die bis 2020 umgesetzt werden können, hat die Bundesnetzagentur insgesamt 7,7 GW zugewiesen (150501, 150814). Von diesem bereits vergebenen Kontingent befanden sich Ende vergangenen Jahres 4,1 GW oder 53 Prozent am Netz. Der Rest entfiel zu annähernd gleichen Teilen auf Anlagen, die sich entweder im Bau befanden, für die eine Investitionsentscheidung vorlag oder die vorläufig nur über die Netzanbindungszusage verfügten.

Windpark-Projekte werden künftig nur noch per Ausschreibung zugelassen

Alle anderen Projekte müssen künftig Ausschreibungsverfahren durchlaufen, bevor sie eine Netzanbindungskapazität zugewiesen bekommen und realisiert werden können. Die Einzelheiten regelt das seit Anfang dieses Jahres geltende Windenergie-auf-See-Gesetz (160702) in den Paragraphen 16 - 38. In den Jahren 2017 und 2018 finden Ausschreibungen von Netzanbindungskapazitäten für bestehende Offshore-Windenergieprojekte in Deutschland statt, die zwischen 2021 und 2025 in Betrieb gehen sollen. Dabei müssen insgesamt mindestens 500 MW in der Ostsee bezuschlagt werden. Ab 2021 sollen dann jährlich 700 bis 900 MW für die Inbetriebnahme in den Jahren 2026 bis 2030 ausgeschrieben werden, um so insgesamt das Ausbauziel von 15 GW im Jahr 2030 zu erreichen. Die im Ausschreibungsverfahren erfolgreichen Projekte sollen ab dem Jahr 2021 sukzessive in Betrieb genommen werden. Dabei ist analog zum Netzausbau zunächst die Inbetriebnahme der Ostseeprojekte vorgesehen.

 

Ausschreibungstermin
Ausschreibungsmenge
Vorgesehene Inbetriebnahme
01.04.2017
1.550 MW
mind. 500 MW
Ostsee
2021 - 2025
01.04.2018
1.550 MW
01.09.2021
700 - 900 MW
2026
01.09.2022
700 - 900 MW
2027
01.09.2023
700 - 900 MW
2028
01.09.2024
700 - 900 MW
2029
01.09.2025
700 - 900 MW
2030

 

Ausschreibungen der Jahre 2017 und 2018 sind Projekten vorbehalten, die bereits genehmigt oder erörtert wurden

Die Teilnahme an den in den Jahren 2017 und 2018 stattfindenden Ausschreibungsrunden setzt voraus, daß die eingereichten Projekte bis zum 1. August 2016 bereits genehmigt oder erörtert wurden und sich im Küstenmeer oder den Clustern der Zonen 1 und 2 befinden. In der Nordsee sind zehn Projekte in den jeweiligen Zonen genehmigt und weitere fünf Projekte erörtert. In der Ostsee ist ein entsprechendes Projekt genehmigt und sieben weitere wurden bereits erörtert. Die folgende Tabelle enthält alle Projekte, die gemäß dem Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) eine der beiden Bedingungen erfüllen:

 

Genehmigte und erörterte Projekte in Nord- und Ostsee


Nordsee

Projekt Vorhabensträger
Zone
Cluster
Genehmigung
Anhörung
Nordsee Borkum Riffgrund West I DONG Energy Borkum Riffgrund West I GmbH
1
1
25.02.2004
OWP Delta Nordsee 1 OWP Delta Nordsee GmbH
1
3
11.02.2005
Nördlicher Grund (64 WEA) Nördlicher Grund GmbH
2
5
01.12.2005
Nördlicher Grund Teil Sandbank Vattenfall Europe Windkraft GmbH
2
5
01.12.2005
EnBW He Dreiht EnBW He Dreiht GmbH
2
7
20.12.2007
OWP Delta Nordsee 2 OWP Delta Nordsee GmbH
1
3
31.08.2009
Gode Wind 04 Gode Wind 04 GmbH
1
3
31.07.2013
Nordsee Two Nordsee Two GmbH
1
3
26.08.2013
Nordsee Three Nordsee Three GmbH
1
3
26.08.2013
OWP West Northern Energy OWP West GmbH
1
1
15.04.2014
Borkum Riffgrund West II DONG Energy Borkum Riffgrund West II GmbH
1
1
19.03.2013
Global Tech II Vattenfall Global Tech II Offshore Wind GmbH
2
7
05.06.2014
Gode Wind III PNE Gode Wind III GmbH
1
3
19.09.2014
KASKASI II innogy Kaskasi GmbH
1
4
08.10.2014
Atlantis I PNE WIND Atlantis I GmbH (veräussert an Vattenfall, Januar 2017)
2
6
06.11.2014


Ostsee

Projekt Vorhabensträger
Zone
Cluster
Genehmigung
Anhörung
ARCADIS OST 1 KNK Wind GmbH
1
4
09.09.2014
Adlergrund 500 Adlergrund 500 GmbH
1
1
05.11.2012
Adlergrund GAP BEC Energie Consult GmbH
1
1
05.11.2012
Wikinger Nord Iberdrola Renovables Offshore Deutschland GmbH
1
1
14.12.2012
Wikinger Süd Iberdrola Renovables Offshore Deutschland GmbH
1
1
14.12.2012
Baltic Eagle Baltic Eagle GmbH
1
2
15.05.2013
Ostseeschatz Financial Insurance GmbH
1
2
15.05.2013
Windanker Iberdrola Renovables Deutschland GmbH
1
1
27.07.2016

 

Links (intern)

 

 

In Betrieb befindliche Windparks vor der deutschen Küste

Stand: 31. 12. 2016

 

Nordsee MW WKA-Typ Anzahl seit Wassertiefe Konverter siehe
alpha ventus 60 6 x Repower 5M126,
6 x Areva Multibrid M5000-116
12 2010 27 m (AC)

080914091111,
100413, 100614

Bard 1 400 Bard 5.0-122 80 2013 39 m BorWin1 130815, 131109, 140612141108, 150910
Riffgat 108 Siemens SWT–3.6–120 30 2014 18 - 23 m (AC) 081216, 130803, 140211
Dan Tysk 288 Siemens SWT-3.6-120 80 2015 21 - 33 m SylWin1 150503
Global Tech 1 400 Areva Multibrid M5000–116 80 2015 39 - 41 m BorWin2 140905
Meerwind Süd/Ost 288 Siemens SWT-3.6-120 80 2015 23 - 30 m HelWin1 141108
Nordsee Ost 295,2 Senvion 6.2M126 48 2015 19 - 24 m HelWin1 150502
Butendiek 288 Siemens SWT-3.6-120 80 2015 18 - 21 m SylWin1 021213, 151007
Borkum Riffgrund 1 312 Siemens SWT-4.0-120 78 2015 30 - 35 m DolWin1 151007
Amrumbank West 288 Siemens SWT-3.6-120 80 2015 80 m HelWin2 061102, 150504
Gode Wind 1 330 Siemens SWT-6.0-154 55 2016 28 m DolWin2 131111, 151007
Gode Wind 2 252 Siemens SWT-6.0-154 42 2016 28 m DolWin2 131111, 151007
Sandbank* 72 Siemens SWT-4.0-130 72 2016* 26 - 29 m SylWin1 150503
Ostsee MW WKA-Typ Anzahl seit Wassertiefe   siehe
Baltic 1 48,3 Siemens SWT-2,3-93 21 2011 16 - 19 m (AC) 110508, 080515
Baltic 2 288 Siemens SWT-3.6-120 80 2015 23 - 44 m (AC) 150909, 150111, 080515
*teilweise in Betrieb