Dezember 2001

011211

ENERGIE-CHRONIK


EnBW überläßt EDP bei Hidrocantabrico die Führung

Die monatelangen Auseinandersetzungen um die künftige Eigentümerstruktur beim viertgrößten spanischen Stromversorger Hidrocantabrico scheinen beendet zu sein. Wie die Energie Baden-Württemberg (EnBW) am 5. Dezember mitteilte, hat sie sich mit der Electricidade de Portugal (EDP) und dem Konsortium um die Regionalbank "Castajur" auf die Gründung einer Holding geeinigt, an der EDP mit 40 Prozent, EnBW mit 35 Prozent und Castajur mit 25 Prozent beteiligt sein werden. Die Holding hält ihrerseits 95 Prozent an Hidrocantabrico. Damit räumt die EnBW der portugiesischen EDP die führende Rolle ein bzw. begnügt sich mit der "Einbeziehung" in die Führung des Unternehmens einbezogen". Infolge der Reduzierung ihres Aktienbesitzes erhält die EnBW rund 1,2 Milliarden Euro zurück..

Die EnBW hatte im Mai 2000 ein Angebot zur Übernahme von Hidrocantabrico zunächst wegen des Einspruchs der spanischen Regierung zurückgezogen (000517). Dann war sie im Bündnis mit dem spanischen Mischkonzern Ferroatlantico erneut in den Bieterwettbewerb eingestiegen und hatte den Zuschlag für rund 60 Prozent der Anteile erhalten (010413). Die spanische Regierung suspendierte darauf die Stimmrechte für die EnBW-Gruppe und die portugiesische EDP als zweiten Hauptaktionär, weil beide staatlich dominiert seien - EnBW durch die 34,5prozentige Beteiligung des staatlichen französischen Stromkonzerns EDF und EDP durch die portugiesische Staatsbeteiligung von 30 Prozent (010512). Die EU-Kommission hatte dagegen keine grundsätzlich Bedenken und genehmigte den Einstieg der EnBW bei Hidrocantabrico unter Auflagen für EDF (010912). Im Oktober gab auch die spanische Regierung ihren Widerstand auf. Schon damals zeichnete sich die jetzt getroffene Lösung ab (011009)

Spanien und Portugal wollen Stromnetze vereinen

Spanien und Portugal unterzeichneten im November ein Protokoll über die Vereinigung ihrer Stromnetze bis 2003. Bis zum Frühjahr sollen die jeweiligen Regulierungsbehörden und Netzbetreiber die entsprechenden Vorschriften und Pläne vorlegen. Zur Erleichterung des Stromaustauschs wird derzeit zwischen Alqueva in Südportugal und Balboa in Spanien eine 90 Kilometer lange 400-kV-Leitung errichtet, die 2004 in Betrieb geht. Drei weitere, bereits bestehende Stromverbindungen sollen bis 2006 ausgebaut werden (FTD, 5.12.).